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20.03.2020

Girls' Day 2020 am Institut fällt aus - aber Frauen in der Forschung sind sehr erwünscht - zwei Mitarbeiterinnen erzählen von ihrem Weg in den Job

Girls' Day 2020 am Institut fällt aus - aber Frauen in der Forschung sind sehr erwünscht - zwei Mitarbeiterinnen erzählen von ihrem Weg in den Job

Der für den 26. März geplante Girls' Day 2020 findet leider bundesweit aufgrund der aktuellen Lage nicht statt. Wir möchten den geplanten Teilnehmerinnen und allen Interessierten aber trotzdem gern mitteilen, wieso es gerade für Frauen interessant ist, in den Naturwissenschaften zu arbeiten und haben zwei Mitarbeiterinnen am Institut zu ihrem Werdegang befragt.

Sie entwickelt neue Katalysatoren für eine bessere Umwelt
Dr. Hilke Petersen, Post-Doktorandin in der
Gruppe Pulverdiffraktometrie und Oberflächenspektroskopie  am MPI für Kohlenforschung

Hilke Petersen ist an der dänischen Grenze aufgewachsen und hat in Bremen Chemie studiert. Als Jugendliche wollte sie Chemikerin oder Pilotin werden, entschied sich aber aufgrund ein paar fehlender Zentimeter Körpergröße für das Chemiestudium.

Schon in ihrer Schulzeit hatte die 31-Jährige eine Affinität für Naturwissenschaften, welche durch ihren Lehrer mit vielen interessanten praktischen Übungen gefördert wurde.„Dass naturwissenschaftliche Berufe nur etwas für Jungs sein sollen, halte ich eigentlich für ein „Image-Problem“. Die Schulen sollten hier gezielt entgegenwirken, sodass Jungen und Mädchen in Zukunft gleichermaßen alle möglichen Berufsbilder unabhängig von ihrem Geschlecht in Betracht ziehen“, meint Hilke.

An ihre Studienzeit denkt die Chemikerin gern zurück. Auch wenn diese nicht immer einfach war. „ Es kann passieren, dass man auch mal durch eine Prüfung fällt oder andere Rückschläge einstecken muss. Aber aus solchen Erfahrungen lernt man und es lohnt sich am Ball zu bleiben.“, findet Hilke Petersen. Aus ihrer Zeit an der Uni hat sie vor allem die Fähigkeit mitgenommen, eigenverantwortlich zu arbeiten, und sie hat viele Freundschaften aufgebaut, die ihr auch heute noch als Kontakte im Beruf zu Gute kommen. Während des Studiums absolvierte Hilke diverse Praktika und nahm an deutschlandweiten Exkursionen zu potentiellen Arbeitsgebern, Summer Schools und Workshops teil, um sich weiterzubilden und ihr Wunsch-Arbeitsgebiet zu finden.

Aktuell arbeitet Hilke Petersen als Post-Doktorandin in einer Forschungsgruppe, in der sie den Ablauf von Katalyseprozessen untersucht. An ihrer Tätigkeit schätzt sie vor allem, dass sie abwechslungsreich sowie unvorhersehbar ist und sich während des Arbeitens immer neue Forschungsfragen ergeben. Ihr Ziel ist es, Katalysatoren, die beispielsweise in Autos oder in der chemischen Industrie zum Einsatz kommen, zu verbessern, sodass es zu einer CO2-Reduktion kommen kann.

Jungen Frauen rät Hilke Petersen:
„Macht einfach und folgt eurer Neugier. Und wenn es in Schule oder Studium mal schwierig wird, lasst euch nicht von Rückschlägen einschüchtern, sondern sucht gezielt Hilfe und nehmt diese auch an. Nutzt außerdem alle Angebote, um Berufe kennen zu lernen, die euch interessieren. Der Tag der Chemie oder der Girls‘ Day geben euch gute erste Eindrücke“.

Hier findet ihr auch unser Interview mit Veronika Dietl, die als Chemielaborantin in der Zentralen Analytik unseres Instituts tätig ist.