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20.07.2017

Manfred T. Reetz erhält die erste BioTrans Senior Auszeichnung für seine vorangegangenen und derzeitigen Beiträge zur gerichteten Evolution stereoselektiver Enzyme als Katalysatoren in der Organischen Chemie und Biotechnologie

Manfred T. Reetz erhält die erste BioTrans Senior Auszeichnung für seine vorangegangenen und derzeitigen Beiträge zur gerichteten Evolution stereoselektiver Enzyme als Katalysatoren in der Organischen Chemie und Biotechnologie

Die Festveranstaltung fand in Budapest am 14. Juli im Rahmen des 13th International Symposium on Biocatalysis and Biotransformations statt. Das Foto zeigt Reetz (rechts) zusammen mit seinem ehemaligen Postdoc (2004-2005 am MPI für Kohlenforschung) und heutigen Professor, Frank Hollmann (Delft Universität/Niederlande), der mit dem Junior BioTrans Award ausgezeichnet wurde. Reetz ist der erste Wissenschaftler, der die neu geschaffene Senior Auszeichnung erhält. BioTrans Symposia finden alle zwei Jahre in einem anderen internationalen Ort statt. Die Urkunde enthält den Text: “The BioTrans Permanent Steering Committee’s highest honor for biocatalysis and biotransformation excellence to recognize outstanding life time activity in synthetic biotransformations which contributed to the recognition of biocatalysis community and the quality of life by development of greener processes.”

Eigentlich fand Reetz den Weg zur Biokatalyse erst 1995 im Alter von 52 Jahren. Zwei Jahre später publizierte er eine bahnbrechende Arbeit über das Konzept der gerichteten Evolution stereoselektiver Enzyme als Katalysatoren in der Organische Chemie und Biotechnologie, erschienen in der Zeitschrift  Angewandte Chemie. Indem wiederholende Zyklen von Gen-Mutagenese, Expression und Screening für Stereoselektivität durchlaufen werden, wird so die natürliche Evolution nachgeahmt. Der Wissenschaftler verlässt sich auf den “evolutionären Druck”, der in jedem Zyklus aufgebaut wird, ganz anders als bei der Entwicklung von chiralen Übergangsmetall-Katalysatoren oder Organokatalysatoren. Dieser Darwinistische Ansatz zur stereoselektiven Katalyse (Evolution im Reagenzglas) wurde schon von vielen Firmen angewandt, insbesondere in der pharmazeutischen Industrie.

Das inzwischen etablierte und kontinuierlich wachsende Gebiet der gerichteten Evolution ist Thema der kürzlich erschienenen Monographie: M. T. Reetz, Directed Evolution of Selective Enzymes: Catalysts for Organic Chemistry and Biotechnology, Wiley-VCH, Weinheim, 2016.