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19.02.2018

MPI trifft Gustav-Heinemann Gesamtschule: Schüler experimentieren mit Doktoranden des Forschungsinstituts

MPI trifft Gustav-Heinemann Gesamtschule: Schüler experimentieren mit Doktoranden des Forschungsinstituts

Ein Experimentiertag in Sachen Grundlagenforschung stand jetzt auf dem Stundenplan von rund 40 chemieinteressierten Zehntklässlern der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Mülheim. Das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung hatte sich angekündigt, die Schüler mit den Themen Katalyse, Brennstoffzelle und Biodiesel vertraut zu machen, die in der Abteilung für Heterogene Katalyse bearbeitet werden. 13 Doktoranden hatten unter der Anleitung von Schulkoordinatorin und Privatdozentin Claudia Weidenthaler Versuche vorbereitet, welche die Schüler in einem Stationenlauf durch drei Chemieräume durchführen durften. Der Experimentiertag in der Gustav-Heinemann-Gesamtschule ist Teil einer bewährten Kooperation, die den Austausch zwischen Wissenschaft und Schule fördern und den Schülern bei der Berufsorientierung helfen soll.

Wie funktioniert die Energiegewinnung mit einer Brennstoffzelle und welche Probleme müssen bei der Energiespeicherung noch gelöst  werden, damit Brennstoffzellen etwa im Autoantrieb Rückenwind erhalten, dies war eine Fragestellungen, denen die Schüler gemeinsam mit den Doktoranden nachgingen. In drei weiteren praktischen Versuchen lernten sie Beispiele für die unterschiedlichen Arten der Katalyse – die heterogene, die homogene und die enzymatische - kennen und erfuhren, warum Katalysatoren für chemische Prozesse so bedeutsam sind, dass sie im Mülheimer Max-Planck-Institut schon seit vielen Jahren im Zentrum der Forschung stehen. „Katalysatoren sind elementar dafür, dass chemische Prozesse zielgerichtet, ressourcenschonend und möglichst umweltverträglich erfolgen können.“, erklärte Alexander Bodach in der Einführung zum Experimentiertag. Im Sinne der Nachhaltigkeit sei es wichtig, dass immer effizientere Katalysatoren entwickelt werden, damit genau die Moleküle möglichst einfach und ohne unerwünschte Nebenprodukte hergestellt werden können, die zum Beispiel für die Industrie oder Medizin wichtig sind.

An der Praxisstation „Biodiesel“ konnten die Schüler den synthetischen Kraftstoff selbst herstellen und dabei ihre chemischen Handfertigkeiten trainieren. Nötig dazu: Rapsöl und in Methanol gelöstes Natriumhydroxid, das als Katalysator wirkt. Die Schüler erhielten Hintergrundinformationen zu Biodiesel und waren aufgefordert, die Vor- und Nachteile von alternativen Kraftstoffen zu diskutieren. „Der Austausch mit dem Max-Planck-Institut für Kohlenforschung ist für unsere Schüler sehr wertvoll.“, meint Chemielehrerin Miriam Evers, die die Kooperation betreut. „Beim Experimentiertag haben sie die Möglichkeit, die praktische Arbeit in der chemischen Grundlagenforschung kennen zu lernen. Für unsere chemieinteressierten Schüler ist das höchst interessant und ein wichtiger Baustein für ihre Berufsorientierung.“

Auch für das Max-Planck-Institut sind Kooperationen mit Schulen sinnvoll: „Wir kooperieren mit praktisch allen weiterführenden Schulen in Mülheim und freuen uns, wenn wir junge Menschen für die Naturwissenschaften begeistern können“, erzählt Claudia Weidenthaler. „Viele sind überrascht zu erfahren, dass einige Grundlagen aus ihren Chemiebüchern - wie zum Beispiel die Fischer-Tropsch-Synthese – hier in Mülheim am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung entdeckt wurden.“, so Weidenthaler.