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06.07.2017

Professor Amir Hoveyda vom Boston College wird als Karl-Ziegler-Gastprofessor 2017 ausgezeichnet: Professor mit iranischen Wurzeln erhält Würdigung für seine Entdeckungen im Gebiet der Katalyse

Professor Amir Hoveyda vom Boston College wird als Karl-Ziegler-Gastprofessor 2017 ausgezeichnet: Professor mit iranischen Wurzeln erhält Würdigung für seine Entdeckungen im Gebiet der Katalyse

Das Mülheimer Max-Planck-Institut für Kohlenforschung zeichnete in einer öffentlichen Festvorlesung am 5. Juli Professor Amir H. Hoveyda vom Boston College, USA, mit der Karl-Ziegler-Gastprofessur 2017 aus. Der 58-jährige ist ein ausgewiesener Experte der organischen und metallorganischen Chemie und erhielt die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung für seine vielfältigen und herausragenden Beiträge zur Entwicklung stereoselektiver Synthese-methoden sowie der Olefin-Metathese.

Amir Hoveyda nahm die Urkunde aus den Händen von Professor Alois Fürstner, geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, im voll besetzten Hörsaal entgegen. Fürstner beglückwünschte Hoveyda zu seiner langjährigen und breit gefächerten Forscherkarriere, welche die Entwicklung neuer Katalysatoren und ihre Anwendung auf die Synthese diverser Natur- und Wirkstoffe umfasse. Zur traditionellen Karl-Ziegler-Vorlesung waren neben den am Institut forschenden Wissenschaftlern auch Gäste aus umliegenden Universitäten und Instituten gekommen. Sie erfuhren in der Einführung von Fürstner viele interessante Details aus dem Lebenswerk Karl Zieglers. So stellte er etwa die Entwicklung der „Aufbaureaktion“ vor, bevor er auf die wohl bekannteste Entdeckung des ehemaligen Institutsdirektors zu sprechen kam, auf das nobelpreisgekürte Verfahren zur Polymerisation von Ethylen und Propylen mit Hilfe sogenannter „Ziegler-Katalysatoren“. Amir Hoveyda wiederum berichtete in seinem Festvortrag über die „steigenden Anforderungen an die Katalysechemie und Implikationen für die Zukunft“. Er zeigte, in welch komplexem Anforderungsgefüge sich Katalysatoren heute zwischen höchstmöglicher Selektivität, Effizienz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit bewegen und illustrierte dies mit Beispielen aus seinem Forschungsgebiet, der Olefin-Metathese.

Über den Preisträger Amir Hoveyda

Amir Hoveyda entwickelt neue Katalysatoren für die chemische Synthese, mit denen unter anderem biologische und medizinische Wirkstoffe in enantiomerenreiner Form hergestellt werden können. Neben seiner Professur am Boston College hat der 58-jährige eine Honorarprofessur am Technion (Israel Institute of Technology) in Haifa, Israel, inne. Amir Hoveyda hat in seiner wissenschaftlichen Karriere viele bedeutende Auszeichnungen erhalten, darunter den Cope Scholar Award sowie den Award for Creative Work in Organic Synthesis, die beide von der American Chemical Society (ACS) verliehen werden. Außerdem seien der Yamada-Koga Prize (Japan) sowie der hoch renommierte ENI Award (Italien) genannt. Er ist der 29. Preisträger der Karl-Ziegler-Gastprofessur des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung.

Über die Karl-Ziegler-Gastprofessur

Die mit 5000 Euro dotierte Karl-Ziegler-Gastprofessur ist nach dem Chemiker und Nobelpreisträger Karl Ziegler benannt, der Ehrenbürger der Stadt Mülheim an der Ruhr ist. Ziegler war von 1943 bis 1969 Direktor des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung und hat in seiner Schaffenszeit herausragende wissenschaftliche Entdeckungen gemacht. Größte Bedeutung erlangte seine Entdeckung einer neuen Klasse von Katalysatoren für die Polymerisation von Ethylen und Propylen. Diese Entwicklung war für die industrielle Herstellung von Kunststoffen von herausragender Wichtigkeit und sicherte dem Forschungsinstitut durch hohe Patenteinnahmen über mehrere Jahrzehnte eine finanzielle Unabhängigkeit.

Die Karl-Ziegler-Gastprofessur wurde 1978 nach dem Tode Zieglers von seiner Ehefrau, Maria Ziegler, und der Tochter, Fr. Dr. Marianne Witte, ins Leben gerufen. Sie soll das Andenken an den Mülheimer Ausnahmewissenschaftler bewahren, indem Wissenschaftler aus der ganzen Welt zu Gastvorträgen an die Wirkungsstätte Zieglers eingeladen werden.

Ebenfalls gute Tradition: der anschließende Empfang im Haus Urge

Im Anschluss an die Festvorlesung traf sich das angereiste Fachpublikum zu einem weiteren Austausch mit Amir Hoveyda und den Mülheimer Forschern im ehemaligen Gästehaus des Max-Planck-Instituts „Haus Urge“.